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Ich bin seit meinem 20. Lebensjahr wiederkehrend von Depressionen betroffen und kommentiere aus meinem reichen Erfahrungsschatz die Ratschläge bei Depressionen von Bruder David Steindl-Rast. Es ist mir dabei ein Anliegen zu betonen, dass ich selbst bei leichteren Depressionen viel zu meiner Genesung beitragen kann, jedoch die Beiziehung professioneller Hilfe wichtig ist, um herauszufinden, ob eine Behandlung erforderlich ist oder nicht.

Ratschlag von Bruder David:
An meinem üblichen Ablaufplan festhalten

Ich kenne diese Erfahrung unter dem Motto «Depression braucht Struktur». Wenn es eine Phase der Depression erlaubt, noch arbeiten zu gehen, kann ich zumindest versuchen, an meinem üblichen Ablaufplan festzuhalten. Doch kaum bin ich im Krankenstand, fällt jegliche Struktur weg und verschärft die Situation. Dann heißt es, mir selbst eine Struktur zu geben. Die Unterstützung von Nahestehenden bei der Erlangung einer neuen Tagesstruktur ist dabei sehr wertvoll.

Ratschlag von Bruder David:
Mich daran erinnern, dass auch das vorbeigehen wird

Dieses «Erinnern» ist für mich hauptsächlich ein Werk des Verstands, denn mit dem Herzen kann ich nicht nachvollziehen, dass es eine Zukunft für mich geben kann. Ein Gebet von mir in einer Depression zu diesem Thema lautet: «Zukunft - was ist das nicht für ein schreckliches Wort für mich. Und doch: Wenn ich meinen dreijährigen Neffen sehe, denke ich, es MUSS für ihn eine Zukunft geben. Wenn für ihn dann doch auch für mich!» Mit mir an die Zukunft glauben: ein sehr nachhaltiger Beitrag von Nahestehenden in meiner Depression.

Ratschlag von Bruder David:
Mich selbst freundlich behandeln, so wie ich es mit einem leidenden Freund tun würde

Mein Selbstwert bei Depressionen und die Motivation für mich selbst etwas zu tun sind sehr gering. Doch es ist sehr wichtig, gut zu sich selbst zu sein gerade in der Depression. Das beginnt bei der Körperpflege und geht bis zu anderen Möglichkeiten, die mir in der Depression noch gut tun. Wichtig ist es, nicht zu sagen «entweder oder» sondern «ein bisschen». Vielleicht bekomme ich dann ja Lust auf mehr!

Ratschlag von Bruder David:
Spaziergänge machen (auch wenn ich mich nicht danach fühle)

Meine Psychiaterin hat mir den folgenden Satz mitgegeben: «Bewegung bewegt!». Es gibt für mich in der Depression nichts Schwierigeres aber auch nichts Effektiveres als Bewegung. Gerade wenn mich alle Kräfte zum Passiv-Sein zwingen wollen, ist Bewegung für mich sehr schwer. Es ist für mich ein großer Dienst, wenn sich jemand zum Spazierengehen findet.

Ratschlag von Bruder David:
Etwas für jemand anderen tun, egal wie wenig das sein mag (bereits ein Lächeln oder ein freundlicher Gruß wird helfen, die Gefängnisgitter der Depression zu lockern)

Gefangen in der Depression. Etwas für jemand anderen tun, kann diese Gitter lockern. Ich wohne allein. Für mich ist es schwieriger, etwas für jemand anderen zu tun. Aber: ein Anruf, eine E-Mail oder ein WhatsApp... Diese «sozialen Kontakte» sind immens wichtig für mich. Wichtig ist mir auch, andere von meiner Depression zu informieren, dann findet sich doch immer wieder jemand, der den Kontakt von sich aus zu mir sucht.



Quelle
: Perlen der Weisheit – Die schönsten Texte von David Steindl-Rast,

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