Text und Audios von Br. David Steindl-Rast OSB

stille titelCopyright © - Georg Stahl

Die Menschheit kann sich in Zukunft kein Gottesbild mehr leisten, das Menschen voneinander trennt.

Die Vorstellung von einem Gott, den ein Abgrund von uns trennt, führt unvermeidlich zu Spaltungen, die uns Menschen voneinander trennen.

Die große Herausforderung unserer Zeit ist es, über bloße religiöse Toleranz hinauszugehen.

Es genügt nicht mehr, miteinander unverträgliche Gottesbilder nebeneinander stehen zu lassen.

Wir brauchen ein Gottesbild, das uns verbindet.

Die Mystiker aller religiösen Traditionen haben Zugang gefunden zu einer Wirklichkeit, die nicht nur den Einzelnen ganz macht, sondern uns alle vereinigt. Religionskriege sind ja nicht Kriege zwischen spirituellen Menschen, sondern zwischen religiösen Ideologien und Institutionen.

Die Zeit ist gekommen für spirituelle Menschen, innerhalb dieser Institutionen ihre Einheit zu finden und zu feiern. Die Institutionen werden sich mit dieser Tatsache abfinden müssen oder aus Irrelevanz zugrunde gehen.

Ist es aber nicht höchst unwahrscheinlich, dass wir jemals ein Gottesverständnis finden könnten, das die Konfessionen übersteigt und verbindet?

Dieses Gottesverständnis gibt es schon und wir können es jederzeit entdecken, indem wir auf unsere innere Erfahrung achten und auf das Mehr, das unserem Leben Sinn gibt.

Wir stoßen auf dieses Mehr, wenn wir die drei großen Fragen stellen, die uns als Menschen kennzeichnen:

Menschen aller Zeiten und Zonen fragen: «Was ist wirklich wirklich» und begegnen dabei einem Geheimnis, das wirklicher ist als alles, was es gibt ‒ dem unerschöpflichen «Es», das wir aus der Wendung «es gibt» kennen.

Menschen fragen immer und überall: «Wer bin ich?» und stoßen auf das Mehr in der Tiefe ihres eigenen Herzens, ein Mehr, das Gedanken nicht ausloten und Worte nicht ausdrücken können.

Die dritte Frage lautet: «Worum geht es im Leben?»[1]

Wir finden die Antwort in einem unerschöpflichen Mehr an Liebe und Leben, an dem unser eigenes Lieben und Leben teilnimmt.

Unser geistiges sowie unser physisches Gesundsein hängt davon ab, dass wir uns auf die Antworten zu diesen letzten Fragen einlassen ‒ Antworten, die wir nicht in Worte fassen können.

Das Mehr, in das wir durch diese Fragen eintauchen, durchdringt unser ganzes Dasein und übersteigt es zugleich unendlich.

Die ursprüngliche Religiosität begegnet den drei Aspekten des Mehr als noch undifferenzierte heilige Gegenwart.

Die großen religiösen Traditionen der Welt entfalten sich aus dieser ursprünglichen Matrix, indem sie einen der drei Aspekte besonders beachten. (Raimundo Panikkar hat dies in vielen seiner Schriften eingehend aufgezeigt; ich kann es hier nur ganz kurz andeuten.)

Der Buddhismus beachtet mehr als alle andern spirituellen Traditionen den Abgrund des Schweigens, durch den wir das Mehr als Grund und Ursprung von allem, was es gibt, erfahren.

In seiner großen wortlosen Predigt hält Buddha einfach eine Blume hoch. Alle, die auf Worte warten sind enttäuscht. Der einzige, der versteht, zeigt dies, nicht durch Worte, sondern durch ein schweigendes Lächeln. Buddha, so wird uns berichtet, lächelt zurück und gibt so das Herzstück der buddhistischen Tradition an diesen, seinen Nachfolger weiter, schweigend.

Wie verschieden ist dies doch von den westlichen Traditionen: der jüdischen, christlichen und islamischen. Wenn wir ihnen die Worte wegnehmen, was bleibt übrig?

Viele im Westen wenden sich heute dem Buddhismus gerade deshalb zu, weil sie vor dem fliehen, was ihnen als leere Worte erscheint. Und doch weiß T. S. Eliot: «Words after speech reach into silence» ‒ «Nach dem Reden reichen Worte in das Schweigen hinein.»[2]

Auch das Wort kann durchsichtig werden für das Mehr.

Alle Dinge, Menschen und Situationen dürfen wir im weitesten Sinn als Worte verstehen, durch die das Schweigen spricht.

Das Mehr wird Wort in den «Amen-Traditionen» ‒ Judentum, Christentum, Islam ‒, die man so nennen kann, weil das Wort «Amen» ihnen gemeinsam ist.

Amen ist der Ausdruck menschlichen Vertrauens als Antwort auf die treue Verlässlichkeit der göttlichen Wirklichkeit.

Die Erfahrung von Wort, Horchen und Antworten öffnet die Möglichkeit einer persönlichen Beziehung zu dem Mehr ‒ zu Gott als persönlich mit uns verbunden (obwohl wir nicht in den Irrtum verfallen dürfen, Gott sei «eine Person»).

Wir dürfen uns selbst als Wort Gottes verstehen, als Wort von Gott ausgesprochen und zugleich angesprochen (Ferdinand Ebner).

Durch unsere Antwort werden wir erst zu dem Wort, als das wir gemeint sind. Das Selbstverständnis Jesu als eins mit dem «Vater» ist der Durchbruch auf eine neue Ebene menschlichen Selbstverständnisses und darf nicht auf Jesus beschränkt werden.[3]

Christliche Mystiker wussten dies und Thomas Merton fasste es zusammen, wenn er sagte: «Gott ist nicht jemand anders».

Wer immer mit dem Buddhismus vertraut ist, weiß, dass dort das Schweigen eine so zentrale Stellung einnimmt, wie das Wort in den westlichen Traditionen.

Wie der Hinduismus in dieses Schema passt, mag auf den ersten Blick nicht so deutlich sein.

Swami Venkatesananda gibt uns jedoch einen Schlüssel zum Verständnis, wenn er sagt: «Yoga ist Verstehen». Das deutsche Wort «Joch» kommt von derselben Wurzel wie Yoga.

Wort und Schweigen sind da zusammen gejocht im Verstehen.

Kommt Verstehen nicht immer dann zustande, wenn wir auf ein Wort so tief hinhören und ihm so innig gehorchen, dass es uns zurückführt in das Schweigen, aus dem es kommt?

Dieses Horchen und Gehorchen ist auch der springende Punkt in der Bhagavadgita: Arjunas verzweifelte Frage kann keine andere Antwort finden als im Tun.[4]

Nur im Tun verstehen wir wirklich.

Es gibt einen Aspekt des Mehr, den wir nicht erfahren können, außer wir handeln.

Das ist der Aspekt, auf den der Hinduismus hinzielt durch Yoga in allen seinen Formen.

In einem heilen spirituellen Leben ‒ der Grundlage für körperliches Heilsein ‒ finden wir Zugang zu dem unerschöpflichen Mehr auf diesen drei Pfaden ‒ Schweigen, Wort und Verstehen.

Die frühchristliche Tradition drückte diese mystische Erfahrung aus, indem sie Gottes Einheit als Vater, Sohn und Heiligen Geist bekannte. Dies ist ein panentheistisches Gottesverständnis, das sich vom Pantheismus (alles ist Gott) durch die Silbe en (= in) unterscheidet.

Gott ist in allem und alles ist in Gott ‒ in dem Mehr, das immer noch mehr ist als alles.

Die theistische Vorstellung von Gott als dem absolut Anderen war aber so tief eingegraben in der westlichen Mentalität (und so vorteilhaft für die Machthaber), dass diese wilde wundervolle Gottesanschauung gezähmt werden musste.

Christliche Theologen vergegenständlichten die mystische Erfahrung von Gott als dreieinig und projizierten sie auf den theistischen «Gott da draußen». Die Zeit war noch nicht reif.[5]

Heute jedoch können wir diese Projektion zurücknehmen und dürfen uns so das trinitarische Gottesbild wieder zu eigen machen.

Die Trinität Gottes ist ja kein christliches Monopol, sondern vielmehr ein Modell, das der Mystik aller Traditionen vertraut ist.[6]

Dieses Gottesverständnis lässt jeder spirituellen Tradition ihre eigene Freiheit und Entfaltungsmöglichkeit, ermutigt sie aber zugleich, von den andern zu lernen, da diese einen anderen Aspekt des unerschöpflichen Mehr in den Mittelpunkt stellen.

Nur wenn wir uns weltweit gemeinsam darum bemühen, dürfen wir hoffen, zu einem heilen und heilenden Gottesverständnis vorzustoßen.

[Auf der Suche nach einem heilen und heilenden Gottesverständnis, in: «MYSTIK ‒ Spiritulität der Zukunft: Erfahrung des Ewigen» (2005), 80-83]

[Ergänzend:

1. Beitrag von Bruder David in der Zeitschrift «Christ in der Gegenwart» Von Eis zu Wasser zu Dampf (2003):

«Mitte der sechziger Jahre hatte ich die Erlaubnis bekommen, für längere Zeit mit Mönchen anderer Traditionen zu leben, besonders mit Buddhisten und Hindus. Bei diesem Experiment, das damals noch völlig neu war, zeigte sich etwas Erstaunliches: Mönche weit auseinanderliegender Traditionen fanden, dass sie in ihrem innersten mönchischen Streben eins waren; allen ging es um das Gleiche, um ‹die persönliche Erfahrung der göttlichen Wirklichkeit›.

Das wurde uns so klar, dass selbst die Weigerung der Buddhisten, das Wort ‹Gott› zu verwenden, die Einsicht nicht trüben konnte, dass wir alle mit derselben Wirklichkeit Erfahrungen machten.

Zugleich wurde uns bewusst, dass eine Tradition sich von der anderen dadurch unterschied, dass ihre Aufmerksamkeit auf einen anderen Aspekt derselben Wirklichkeit gerichtet ist.

So sehen Buddhisten die letzte Wirklichkeit vor allem als jenes namenlos Unaussprechliche, das Ursprung und Ziel allen Daseins ist und als existenzielles Schweigen erlebt wird.

Für Juden, Christen und Muslime steht dagegen im Zentrum des Blickfeldes das Wort (im weitesten Sinn), die Wirklichkeit, in der sich das letztlich Unsagbare doch ausspricht und so für uns und in uns gegenwärtig wird.

Für den Hindu ist von letzter Bedeutung das Verstehen, das im Tun zu sich selbst kommt.»

2. Text zum Thema: «Gott ‒ das geheimnisvolle ‹Mehr-und-immer-mehr›»:

2.1. Im Buch Orientierung finden (2021), 58f.:

«…denn hinter allem, was uns im Leben begeistert, steckt stets mehr: das ‹Mehr›, das wir Geheimnis nennen. Deshalb kann die große Theologin Dorothee Sölle (1929-2003) Gott ‹das Mehr› nennen ‒ das ‹Mehr-und-immer-mehr›, könnten wir sagen.

Wenn wir die Bezeichnung Gott in diesem Sinne anwenden, verweist sie auf das geheimnisvolle ‹Mehr›, das uns hinreißt, so oft uns Begeisterung erfasst. Spielverderber, die jede Begeisterung mit ihrem ‹Das ist ja nichts weiter als ...› zerstören, haben immer etwas Bedauernswertes an sich. Ihnen fehlt der Blick für das innerste Glänzen des Lebens und daher auch jener sprühende Enthusiasmus, den dieser Tiefblick auslöst.

Schon das aus dem Griechischen stammende Wort ‹Enthusiasmus› weist ja wörtlich auf den ‹Gott im Inneren› (‹en theos›) hin.

Auf Begeisterung kommt alles an bei unsrer Gottesbeziehung. Für Gläubige kann Begeisterung dürre Glaubenssätze zum Blühen bringen, aber auch Atheisten sind oft außerordentlich begeisterungsfähig. Zwar wird ein Atheist wahrscheinlich das «Mehr-und-immer-mehr» in jeder echten Begeisterung nicht Gott nennen wollen. Warum aber sollten wir uns auf ein Wort versteifen ‒ und gar auf das Wort Gott? Worte trennen uns oft; was uns verbindet, ist Erfahrung. Dass wir im Leben immer wieder dem ‹Mehr› begegnen, dem begeisternden Geheimnis, das wir ‒ wenn wir wollen ‒ ‹Du› und ‹Gott› nennen dürfen, das ist Erfahrungssache, nicht Projektion.»

2.2. Vortrag An welchen Gott können wir noch glauben (2008):

«Wir finden uns in der Unruhe unseres Herzens von einem unauslotbaren Geheimnis umgeben. Wir wissen nicht, woher wir letztlich kommen, wir wissen nicht, wohin wir gehen, wir sind rundum vom Geheimnis umgeben. Und je tiefer wir versuchen, dieses Geheimnis zu erfahren, umso mehr kommen wir in Geheimnisse hinein.

Dorothee Sölle, die große protestantische Theologin, spricht von Gott als MEHR, mehr und immer mehr, könnte man sagen, und nicht nur auf derselben Ebene, sondern in immer neuen Dimensionen. Und dieses Geheimnis, das uns umgibt, ist Nichts. Es ist nicht etwas, und in diesem Sinne nichts.

Es ist aber in keiner Weise ein leeres Nichts, sondern es ist das Nichts, das der Quellgrund und Mutterschoß von allem ist, was es gibt. Und es ist ein göttlicher Abgrund, aus dem die Fülle von allem kommt. Und die Fülle selbst ist wieder unausschöpflich. Und da ist unser eigenes Selbst eingeschlossen und daher sind wir uns selbst auch unauslotbar.

Dieses Mehr und immer Mehr, das das Göttliche bedeutet, ist in uns selbst.»

3. Audios / Text zu «Gott ist nicht jemand Anders.» — «God isn‘t somebody else.» (Thomas Merton):

Interreligiöser Dialog (2014)
Bruder David: Grußwort und Vortrag:
(09:46) «Und das ist auch eine der großen Gefahren, wenn wir von Gott sprechen, dass man sich vorstellt: Das ist irgend Jemand, der von uns getrennt ist …»

TRANSKRIPTION DES SEMINARS (2014) TEIL I, 15

Dankbarkeit als Achtsamkeit im Dialog (2014)
Vortrag und Fragerunde, siehe auch Transkription, 12:
(55:46) «Denn der Irrtum, den wir unter allen Umständen vermeiden müssen, ist, dass wir irgendwie von Gott getrennt sind. Und drum ist dieses Wort ‹Gott› so gefährlich, weil: wenn‘s Gott ist, bin’s nicht ich. Und Thomas Merton hat ganz ausdrücklich, sehr treffend, gesagt: ‹Gott isn‘t somebody else› ‒ ‹Gott ist nicht ein Anderer›. Wenn man denkt: ich und Gott ‒ ein Anderer: schon falsch. Wir sind völlig eingetaucht in dieses Geheimnis und das Geheimnis ist völlig in uns: Das göttliche Geheimnis, wenn wir wollen.»

Credo ‒ ein Glaube, der alle verbindet (2010)
Fragerunde nach dem Vortrag in der evangelischen Ludwigskirche in Freiburg (DE):
(12:24) «Wenn wir uns bewusst bleiben, dass es sich um eine Beziehung handelt, nicht um Jemanden, dann wird uns unsere Beziehung zu dem Göttlichen und zu Gott viel leichter. Thomas Merton hat das in einem sehr prägnanten Satz ausgedrückt …»

Die Weisheit, die alle verbindet ‒ Wie die Religionen zusammenfinden können (2019)
Gespräch:
(03:42) «Wir sind zu sehr gewohnt, Gott uns als Jemanden vorzustellen. Wir haben schon lange aufgegeben an Gott als den alten Mann auf dem Thron über den Wolken zu denken. Aber trotzdem denken wir immer noch: Gott ist jemand anders. Und einer der wichtigsten theologischen Sätze des 20. Jh. ist für mich ein Satz von Thomas Merton: ‹Gott ist nicht jemand Anders.›»

Retreat-Woche in Assisi (1989)
Paradoxien und Meilensteine:
(40:09) «Nun muss man da sehr vorsichtig sein, dass man aus Gott nicht eine Person macht. … Thomas Merton sagt das einmal so schön ‒ das ist ein ungeheuer tiefer theologischer Satz, den wir uns einprägen müssen: ‹Gott ist nicht jemand Anderer.›»]

__________________

[1] Siehe auch: Fragen in Wendezeiten ‒ Mut und Vertrauen finden (2010)
Vortrag:
(19:28) Drei große Fragen wollen in eine Antwort hineingelebt werden / (22:18) Was ist der tiefste Grund von allem?
(31:58) Wer bin ich? – der Schöpfungsmythos antwortet mit drei Bestandteilen, die allen Schöpfungsberichten gemeinsam sind
(44:04) Worum geht es im Leben letztlich? – die Antwort des Heldenmythos

[2] T. S. Eliot: Four Quartets: Burnt Norton, V, siehe Stillehalten

[3] «Jesus selbst sieht dieses Einssein mit Gott keineswegs als ein Privileg, das ihm allein zusteht. Er will dieses mystische Bewusstsein allen zugänglich machen. Im Johannes-Evangelium ist das so ausgedrückt: ‹Alle aber, die ihn aufnahmen, ermächtigte er, Gottes Kinder zu werden› (Joh 1,12). Und Paulus prägt immer neue Wortformen, um klar zu machen, dass wir alle ‹in› Christus am Leben Gottes Anteil haben.» [Von Eis zu Wasser zu Dampf (2003)]; siehe auch: Retreat-Woche in Assisi (1989)
Ich glaube an Jesus Christus, unsern Herrn:
(38:49) Jesus: Ganz der Vater (Joh 1,18; 10,30) — ‹Die Weisheit hat ihr Haus gebaut› (Spr 8) — ‹Und allen, die an seinen Namen glauben, gab er Kraft, das zu werden, was er ist› (Joh 1,12)

[4] «In der Bhagavad-Gita wird Prinz Arjuna mit einem Rätsel konfrontiert, das er wahrscheinlich gar nicht lösen kann. Der Glaube hat ihn in eine Situation gebracht, in der es seine Pflicht ist, eine gerechte, aber grausame Schlacht gegen seine eigenen Verwandten und Freunde zu führen. Wie kann ein friedliebender Prinz dieses Dilemma sinnvoll lösen? Sein Wagenlenker, der als Krishna verkleidete Gott Vishnu, kann ihm nur den Rat geben: Tu deine Pflicht, und im Tun wirst du verstehen.»
[Auf dem Weg der Stille (2016), 38f.]; siehe auch: TAO der Hoffnung (1994)
Vortrag:
(36:08) Yoga ist Verstehen – Atman und Brahman – Krishna zu Arjuna in der Bhagavad Gita: Tu’s, dann wirst du verstehen

[5] «So unausrottbar war jedoch der Theismus, dass der geistige Durchbruch Jesu wie ein Leck im Boot verstopft wurde, um so schnell wie möglich den Status quo wiederherzustellen. Die Lehre Jesu musste uminterpretiert und dem theistischen Weltbild eingefügt werden. So wurde der Aspekt der göttlichen Wirklichkeit, den Jesus ‹Vater› nannte, um die intimste Lebensgemeinschaft auszudrücken, zu einer von uns unendlich abgetrennten Vatergottheit. … Wir dürfen, was sich da ereignete, als geistesgeschichtliche Katastrophe betrachten, es steht uns aber auch frei, es positiv zu sehen. Die westliche Welt war einfach noch nicht reif für die Botschaft Jesu.» [Von Eis zu Wasser zu Dampf (2003)]

[6] «In vielen Gesprächen sagten mir nicht nur Christen, sondern auch Menschen, die dem Christentum fernstehen, dass die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes ihrer eigenen mystischen Erfahrung entspricht. Hier haben wir es mit Allgemeingut der Menschheit zu tun, weil es um mystische Einsichten geht, die allen Menschen zugänglich sind. Hindus, Buddhisten, ja Menschen, die sich als Agnostiker oder Atheisten bezeichnen, haben mir das bestätigt.» [Von Eis zu Wasser zu Dampf (2003)]

 

Quellenangaben

logo bibliothek

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.