Text von Br. David Steindl-Rast OSB

vergebung titelCopyright © - Barbara Krähmer

Die größte Form des Gebens ist die Vergebung. Vergebung steht im Gegensatz zu Übelnehmen. Verglichen mit Inbesitznehmen und Als-selbstverständlich-Hinnehmen ist Übelnehmen die dümmste aller «Nehmensformen», weil wir hier etwas «nehmen», was wir gar nicht wollen.

Vergeben ist die größte aller Formen von «Geben». Es fällt uns deshalb so schwer, weil es beinhaltet, dass wir Schuld auf uns nehmen. Nicht im juristischen Sinn ‒ «Vielleicht habe ich es getan», «Es hätte leicht auch mir passieren können» ‒, sondern in dem Sinn, dass wir, wenn wir wirklich verzeihen, aus tiefstem Herzen vergeben. Und in unserem tiefsten Herzen sind wir eins mit allem und demnach auch eins mit jedem, dem wir zürnen. Da gibt es niemanden zu tadeln. Wir nehmen Schuld weg durch das Vergeben.

«Vergib uns, wie auch wir vergeben», bitten wir. Jesus sagt: «Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie auch vergeben». Wenn wir vergeben, vergibt Gott. Tatsächlich hat Gott bereits «vor aller Zeit» vergeben. Wir werden aufgefordert, Gottes Vergebung durch die Welt fließen zu lassen. Die Vergehen sind einfach fort, ausgelöscht. [ST 141, Quelle: [ST 141, Quelle: MS 5) 112f.]



Quellenangaben

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