Text von Br. David Steindl-Rast OSB

eucharistie titelCopyright © - Ronja Forster

Der Kampf zwischen Furcht und Glaube kristallisiert sich im Bild von Jesus in seinem Seelenkampf. Am Ölberg wird er zum «Pionier unseres Glaubens». Aber dieser Vorausmarsch kostet ihn blutigen Schweiß. Am Ende nimmt er den Kelch entgegen, wie er zuvor die Steine anstelle von Brot entgegengenommen hatte. Besteht da nicht ein Zusammenhang zwischen diesem Brot und Kelch und dem Brot und Kelch des Abendmahls?

Wann immer Christen das Abendmahl feiern,

das Bort brechen und den Kelch teilen, feiern sie Leben in Fülle. Ja, aber im Hinblick auf den Tod, auf den blutigen Seelenkampf, in dem der Glaube die Angst überwindet. So oft wir das Abendmahl feiern, werden wir aufgerufen, mit Christus von unseren Ängsten zum Glauben überzugehen.

Selbst die Symbole des Abendmahls sind doppeldeutige Symbole. Brot ist ein Symbol des Lebens. Das Brechen des Brotes bezeichnet das gemeinsame Leben, das in der Gemeinsamkeit wächst. Und doch bezeichnet das Brechen auch Zerstörung, es erinnert an den im Tod gebrochenen Leib. Der Kelch des Blutes verweist auf den Tod. Aber es ist auch der Kelch, der in festlichen Versammlungen von Freunden zur Feier des Lebens die Runde macht. Es verlangt Mut, sich dieser doppelten Bedeutung zu stellen. Nur gemeinsam können die beiden Aspekte die ganze Fülle ausdrücken.

Den Mut, dessen es bedarf, das Leben unter dem Bild des Todes zu empfangen ‒ das ist der Mut des Glaubens,

der Mut der Dankbarkeit: Vertrauen auf den Geber.

Treten wir zum Altar, um Brot und Kelch zu empfangen, dann verlang das Mut. Es ist eine Geste, durch die wir sagen: «Ich vertraue gläubig, dass ich von jedem Wort leben kann, das aus dem Munde Gottes kommt, selbst dann, wenn es Tod bedeutet.»

Was bleibt, ist diesen Akt des Glaubens ins tägliche Leben zu tragen. Und dies geschieht durch Dankbarkeit. Die christliche Abendmahlsfeier heißt schließlich Eucharistie, Danksagung. Indem wir lernen, für Leben und Tod, für diese ganze gegebene Welt zu danken, finden wir wahre Freude. Es ist die Freude mutigen Glaubens, die Freude, die wir finden, wenn wir uns auf die Zuverlässigkeit im Herzen aller Dinge verlassen. Es ist die Freude der Dankbarkeit umarmt von der Fülle des Lebens. [FN 1) 104f.; 2-5) 106f.; 6) 107f.]

[Auszug aus: Vom Worte Gottes leben  –  Die Versuchung Jesu im Garten (2021)]

Was bleibt, ist diesen Akt des Glaubens ins tägliche Leben zu tragen. Und dies geschieht durch Dankbarkeit. Die christliche Abendmahlsfeier heißt schließlich Eucharistie, Danksagung. Indem wir lernen, für Leben und Tod, für diese ganze gegebene Welt zu danken, finden wir wahre Freude. …



Quellenangaben

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