Text von Br. David Steindl-Rast OSB

kreuz b kraehmer titelCopyright © - Barbara Krähmer

Das Kreuz ist selbst Zeichen inneren Widerspruchs, Zeichen des Unvereinbaren. Seine zwei Linien kreuzen sich im Konflikt wie aufeinanderstoßende Hoffnungen. Das Kreuz steht für jene Kollision, in der unsere Hoffnungen untergehen müssen, auf dass am dritten Tage Hoffnung auferstehen kann. Der auferstandene Herr sagt zu seinen entmutigten Jüngern: «Musste nicht der Messias all dies leiden und so in seine Herrlichkeit eingehen?» (Lukas 24,26).

«Heil, heiliges Kreuz, einzige Hoffnung du» singt eine alte christliche Hymne: «O crux ave, spes unica!»

Wie kann denn das Kreuz Zeichen der Hoffnung sein und nicht eher der Hoffnungslosigkeit? Als Jesus am Kreuze hing, waren alle seine Hoffnungen zerbrochen. Warum war es «nötig», dass Jesus all dies erleiden musste? Weil wir unsere Hoffnungen auf das gründen, was wir uns vorstellen können. Hoffnung aber ist offen für das Unvorstellbare. «Kein Auge hat gesehen, kein Ohr gehört, was Gott vorbereitet hat.» So müssen denn unsere verzweifelten kleinen Hoffnungen durchkreuzt werden, um Platz zu schaffen für die überragende Überraschung, «den Gott der Hoffnung», dessen Einbrechen in unser Leben Tod und Auferstehung bedeuten.
[ST 79, Quelle: FN 1) 135f.; 2-5) 138f.; 6) 138f.]



Quellenangaben

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