25. September 1994 ©BibliothekDSR
Vortrag und anschliessendes Gespräch mit David Steindl-Rast anlässlich des 5jährigen Bestehens von Puregg, im Gemeindesaal in Dienten am Hochkönig (AT).
Bearbeitung der Originalaufnahme und in Themen zusammengefasst: Hans Businger
 
Vortrag
(00:00) Begrüßung und Einführung / (04:10) Was verstehen wir unter Spiritualität? ‒ Die göttliche Durchatmung aller Lebensbereiche ‒ Mystik: die persönliche Erfahrung unserer inneren Verbundenheit mit dem Urgrund des Seins, mit Gott / (08:34) Jeder Mensch ist ein einzigartiger Mystiker / (09:59) Wir erleben Entfremdung und Augenblicke, in denen wir uns grenzenlos zu Hause fühlen, daheim /
(14:14) Was ist christliche Spiritualität? Als Mystik ist sie universal menschlich, als christlich ist sie von Jesus Christus inspiriert / (16:14) Jesus ist Mystiker, seine intime Gotteserfahrung im Wort ‚Abba‘ für ‚Vater‘ / (18:52) Das Wesentliche am Christentum ausdrücken mit Mythos, Ethos und Ritus / (20:05) Das Reich Gottes: Wir sind alle eine große Familie im Gotteshaushalt, der vom göttlichen Geist belebt ist, dem Hausfrieden Gottes / (21:52) Das Gebot der Gottesliebe und ‚liebe deinen Nächsten als dich selbst‘ ‒ ‚Nicht mehr ich lebe, Christus lebt in mir‘ (Gal 2,20) / (24:08) Die Feier der Tischgemeinschaft: Die ganze Welt ist eine Tischgemeinschaft, Gott Gastgeber und Speise zugleich, wir ernähren einander, das ist schon in der Natur vorgegeben /
(27:09) Christliche Spiritualität am Leitfaden des Vaterunsers: Das Vaterunser beginnt mit ‚Abba‘ und ist sozusagen ein Tischgebet / (28:26) Sieben Bereiche des christlichen Alltags in Verbindung zu den sieben Bitten des Vaterunsers und den sieben Gaben des Hl. Geistes / (29:53) ‚Abba‘, dein Name werde geheiligt: Mögen wir uns absetzen von der Entfremdung in der Welt, dass wir als Kinder Gottes leben ‒ Die Geistesgabe der Ehrfurcht: ein gemischtes Gefühl von angezogen sein und Scheu ‒ Die Ehrfurcht vor Gott schließt ein die Ehrfurcht vor den Geschöpfen / (33:41) Dein Reich komme ‒ Verstand: nicht nur einsehen, sondern dafür eintreten / (35:19) Wie im Himmel so auf Erden: Himmel ist überall, wo alle Bereiche von Gottes Geist durchatmet sind ‒ Beispiel Spitäler von Mutter Teresa ‒ Die Geistesgabe Wissen: uns in der Ur-Sache verankern in der Stille / (39:21) Bitte, gib uns heute unser tägliches Brot, dann wissen wir es zu schätzen und dann macht es uns Freude: Gott will nichts anderes als unsere Freude und diese Dankbarkeit hängt zusammen mit der Hellhörigkeit: Gott will uns nähren mit allem, was uns täglich begegnet: Jeder Augenblick, jeder Mensch, jeder Gegenstand, alles, was uns begegnet ist Wort Gottes, auf das wir horchen können. Da kommt das Gehorchen herein, dieses tiefe Hinhorchen, aus dem die Antwort entspringt: Wir können ‚vom Worte Gottes leben‘. Und zu dieser Bitte gehört die Geistgabe der Weisheit, ‚sapientia‘ vom lat. ‚sapere‘, schmecken / (42:21) Vergib uns unsere Schuld: Dieses Vergeben macht uns zu Heilern ‒ Die Geistesgabe der Frömmigkeit, lat. ‚pietas‘, Familiensinn / (43:47) Und führe uns nicht in die Versuchung: gemeint ist die Versuchung, sich der weltlichen Welt gleichförmig zu werden ‒ Die Geistgabe Rat: ‚Du, Vater, du rate! Lenke du und wende‘ (Eduard Mörike) / (47:12) Und erlöse uns vom Bösen und die Geistesgabe der Stärke: Der Tod gehört zum Leben, mit dem Bösen ist das Lebensverneinende, das Zerstörerische, das Ausbeuterische, das Unterdrückende, das Autoritäre gemeint. Der Geist macht uns stark, wenn wir schwach sind (2 Kor 12,9) und diese Stärke fließt in uns als Segen ‒ Der Fluss Jordan als Bild für den Segensstrom

Gespräch
(00:00) Selbsthass und Besinnung auf unser wahres Selbst / (02:51) Unser wahres Selbst unterscheidet sich vom göttlichen nur dadurch, dass es uns geschenkt ist: Wir leben vom ureigensten Leben Gottes. Wer bin ich denn, dass ich Gott verweigern könnte, dass Gott ich sein will? / (07:37) Spiritualität wie Sprachbegabung drückt sich aus in verschiedenen Sprachen / (10:37) In der Mission geht es nicht darum, alle Menschen zu Christen zu machen, sondern alle Menschen zu Christus zu führen. Das Ziel des Christentums ist, Menschen zu wahren Menschen zu machen / (14:49) Wo immer man ernstlich auf dem Weg ist, muss man sich plagen: ‚Über die Freude, dass es nicht der Weg ist, der eng ist, sondern die Enge, die der Weg ist‘ (Sören Kierkegaard) / (16:26) Die Allmacht Gottes verstehen als Allmacht der Liebe und die Liebe macht sich schwach und macht sich verwundbar: Die Liebe kann noch aus dem größten Elend etwas Besseres hervorbringen als wenn das Elend nicht geschehen wäre / (19:54) ‚Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark‘ (hl. Paulus) ‒ ‚Und ich fühle dein Herz und meines klopfen und beide aus Angst‘ (Rilke, Wenn ich gewachsen wäre irgendwo, Das Stunden-Buch) / (21:38) Die mütterlichen Züge im Vaterbild Jesu und die patriarchalen Verhärtungen der Institution Kirche / (24:12) Mythische Aussagen sind ganz tiefe menschliche Einsichten, die sich nur dichterisch ausdrücken lassen wie zum Beispiel die Lehre vom und der Reinkarnation / (28:15) Liebe ist schwach und das Schwache überwindet immer das Starke: Br. David verweist auf den Daoismus

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