+Liebe Freunde,

zutiefst dankbar für die vielen Zeichen der Zuneigung, die Ihr mir schickt, bin ich halt doch nicht imstande, einzeln dafür zu danken. Bitte nehmt also diese Zeilen, als ganz persönlichen Gruß an.

2012 weihnachtsgruesse1Heuer darf ich Weihnachten wieder hier im Europakloster Gut Aich feiern, mit allen Sinnen eingetaucht in die vertraute christliche Bildersprache. Mitten in der Freude darüber steigt mir aber die Frage auf, ob und wie sich diese Bildersprache übersetzen liesse, weil viele Menschen doch keinen Zugang haben zu den Eisichten, zu denen sie führen will. Dann wird mir aber bewusst, dass Bilder eben mehr vermitteln als Worte und dass sie gar nicht übersetzt werden müssen, wenn wir die Augen unseres Herzens öffnen.
Im Mittelpunkt von Weihnachten steht das Bild des Kindes. Spricht das nicht zu jedem Herzen? Und wie dringend wir doch das Vorbild des Kindes brauchen in unserer vergreisten Welt. In einer der schönsten Antiphonen der Weihnachtsliturgie singen wir: “Der Greis trägt den Knaben, aber der Knabe lenkt den Greis.” Da geht es zwar um den greisen Simeon, der das Jesuskind trägt, dahinter aber steht das Bild eines Großvaters, auf dessen Schultern ein Kind reitet, das lenkt, indem es an seinen Ohren zieht.

2012 weinachtgruesse 2Beim Altwerden fährt uns leicht Angst in die Knochen und Misstrauen. An Angst leidet auch unsere senile Gesellschaftsordnung. Darum muss uns das vertrauensvolle Kind an den Ohren ziehen und in neue Bahnen lenken. Todesangst oder Lebensvertrauen, vor diese Wahl sind wir gestellt. Angst ist die Wurzel von Krieg, von Anmaßung, und von Habgier. Diese drei sind aber die Symptome der Todeskrankheit an der die Welt heute hinsiecht. Wie revolutionär sich also das Leitbild des Kindes erweist. Denn im Vertrauen wurzeln Gewaltfeiheit, gegenseitige Achtung und freudiges Teilen.

Mut und Kraft, diese drei zu verwirklichen, wünsche ich Euch -- und mir selbst und unserer ganzen Welt -- zu dieser heiligen Zeit. Das läßt sich zusammenfassen in der Botschaft der Weihnachtsengel: “Fürchtet Euch nicht!” Dazu wünsch’ ich Euch noch Gesundheit, Lebensfreude und Herzensfrieden für jeden Tag von 2013.

Euer Bruder David

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