Rundbriefe von Bruder David

rundbriefe br davidCopyright © - pixabay

+ Meine Lieben,

weihnachtsstern 2020Copyright © - David Steindl-Rast

Als Weihnachtsstern schicke ich Euch heuer die sechszackige Blüte eines Granatapfelbaums.
Der Quarantäne wegen, bin ich ja immer noch in Argentinien, und hier ist es Sommer. Mir geht es wirklich gut, nur sonderbar fühlt es sich an, ganz ohne Winterwetter Advent zu feiern. Wenn aber das gewohnte Drum und Dran wegfällt, tritt das Wesentliche deutlicher hervor, und das ist heuer für mich die Stille. Sicher habt auch Ihr mehr Stille erlebt in diesem so ganz ungewöhnlichen Jahr, mehr Schweigen als in andren Jahren. Das kann ein großes Geschenk sein.

Gehören Stille und Schweigen nicht zum innersten Wesen dieser heiligen Zeit? Auch meine liebste Weihnachtsantiphon drückt das aus. Jedes Jahr freue ich mich schon lange vorher auf diesen Vers aus dem Buch der Weisheit und auf seine ergreifende Melodie. Auch heuer werde ich sie wieder singen, denn das Stundengebet verbindet mich ja mit den Brüdern:

„Als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht
in ihrem raschen Lauf bis zur Mitte gelangt war,
da sprang dein allmächtiges Wort herab vom Himmel,
vom königlichen Thron.“               (Buch der Weisheit 18:14)

weihnacht dsr 2020Copyright © - David Steindl-RastJedes Wort will in „tiefem Schweigen“ empfangen werden; denn nur wer still wird, kann wirklich hören. Mythisch verstanden, kommt dieses Wort zwar „vom Himmel“, im Alltagserleben aber kommt es von gleich nebenan. Die Stille, die wir in diesen Tagen der Pandemie erleben dürfen, ist eine einzigartige Gelegenheit, ein Wort zu hören, das uns dringend angeht – das Wort von Menschen, mit denen wir nichts gemein zu haben meinen.

Wo ich nur hinschaue in der Welt, ist die Gesellschaft heute in zwei Lager gespalten. Keine der beiden Seiten horcht auf die Gegenseite. Gerade das aber wäre not-wendig im Vollsinn dieses Wortes. Es könnte sich alles, alles wenden, etwa durch den Vorsatz, im neuen Jahr einmal wirklich hinzuhorchen auf jemanden, der völlig andrer Meinung ist, als wir – einmal ohne vorgefasste Meinung zu versuchen, gemeinsame Probleme gemeinsam zu lösen. Wenn die Stille dieses Jahres weltweiten Leides uns bereit gemacht hat, tief hinzuhorchen, dann wird jedes unsrer Worte, das aus dem Schweigen kommt, ein „Ja“ sein zu gegenseitiger Zugehörigkeit. Es wird, wie die Antiphon singt, ein „allmächtiges Wort“ werden, denn Liebe vermag alles.

In dieser Hoffnung für 2021 wünsche ich Euch Frieden und Freude,

Euer Bruder David

 

Botschaft ist auch in Niederländisch  vorhanden

12. Juli 2020 (00:01:08) ©BibliothekDSR
Zum Video:  Bruder David grüßt und bedankt sich bei all seinen Freunden anläßlich seines 94. Geburtstages mit einer Video-Botschaft.


DIE PANDEMIE, DIE WIR ZURZEIT ERLEBEN, BRINGT SCHRECKLICH VIEL LEID, SIE BRINGT ABER AUCH EIN GROßES GESCHENK. WIR ALLE TUN, UNSER MÖGLICHSTES, UM DAS LEID ZU LINDERN. WENN WIR, DARÜBER HINAUS, AUCH DAS GROßE GESCHENK NUTZEN, WIRD, WAS WIR TUN, MITHELFEN BEI DER GEBURT EINER NEUEN WELT AUS DIESER KRISE. DAS GESCHENK HEIßT STILLE. (2020)

Hoffnung ist doch alle Jahre wieder das große Thema, wenn wir Kerzen anzünden und Feste des Lichtes feiern, trotz aller Finsternis. „Schreib’ doch heuer etwas über Hoffnung,“ bitten mich Freunde, „in dieser bedrohlich düsteren Weltlage.“
Ja, Dunkelheit und Gefahr werden wirklich immer beängstigender, wohin wir auch schauen. Diese Bedrohung müssen wir zunächst ernstlich ins Auge fassen, bevor wir nach Trost Ausschau halten können. Und am schrecklichsten könnte sich die Einsicht erweisen: Ohne uns dessen bewusst zu sein, sind wir es selber, die unsere Welt am meisten bedrohen. (2019)

Ein ganz erzliches "Vergelts's Gott für die so lieben Glückwünsche. (2019)

14. Februar 2019 (00:00:43) ©BibliothekDSR
Zum Video:  Bruder David grüßt seine Freunde dieses Jahr anläßlich des Valentinstags mit seiner Video-Botschaft direkt aus Argentinien.


Von Herzen dankbar für Eure lieben Grüße und guten Wünsche, würde ich sie gerne einzeln beantworten. Da mir das aber nicht möglich ist, bitte ich Euch diesen allgemeinen Gruß ganz persönlich zu nehmen. In dieser dunklen Jahreszeit sehnen wir uns ja danach, von Herz zu Herz Liebe zu spenden und zu empfangen, wie wenn sich Kerze zu Kerze neigt, um das Licht weiterzugeben. Auch uralte Lichtfeste feiern in diesen Tagen, in denen die Wintersonnenwende uns neue Hoffnung schenkt, das Geheimnis vom „Licht in der Finsternis.“ (2018)

Wieder ist die Zeit des Jahres gekommen, in der wir unseren Lieben ein Zeichen der Herzensverbundenheit schicken. Da wünsche auch ich Euch eine wahrhaft friedliche und gesegnete Advents- und Weihnachtszeit. Freilich wird es von Jahr zu Jahr schwieriger den Segen inneren Friedens wirklich zu erleben. Der hängt allerdings nicht so sehr davon ab, was sich in der Welt abspielt, sondern davon, wie wir uns dazu verhalten. (2018)

Als meine lieben Freunde, Johannes und Brigitte, mich großzügig zu einer kurzen Romreise einluden – mit privaten Führungen durch Stadt und Museen – da war mir das natürlich eine große Freude. Dass eine persönliche Audienz mit Papst Franziskus Teil dieser Einladung war, hat meine Freude und Dankbarkeit noch bedeutend erhöht. Was aber sagt man dem Papst, wenn man schon eine solche Gelegenheit geschenkt bekommt? (2018)

Ganz herzlichen Dank für Eure Glückwünsche zu meinem Geburtstag! Habe jede Botschaft mit großer Dankbarkeit gelesen und mich von Herzen daran gefreut, kann aber nicht jede einzelne beantworten. Darum schreibe ich an Euch alle gemeinsam. (2018)

+Liebe Freunde,

da ich E-Mails auf ein Minimun halten muss, hier ein kurzer Bericht  von dem Ort, an den ich mich für einen intensiven Schreib-Rückzug in die Argentinischen Pampas zurückgezogen habe. (2018)


Auch heuer wieder möchte ich Euch festliche Grüße und gute Wünsche schicken zu dieser heiligen Zeit. Festlich werden diese Tage aber nur dann, wenn wir wieder spielen lernen, wie wir es als Kinder konnten. Damals war uns ja 2017 weihnachtennichts wichtiger, nichts ernster, nichts notwendiger als zu spielen. (2017)

Die vorweihnachtlichen Winternächte hier zwischen Mondsee und Wolfgangsee sind oft klirrend kalt und sternklar. Dann schaue ich auf zum flimmernden Himmel, der sich hoch über dem Schafberg wölbt, und es ergreift mich eine seltsame Sehnsucht. (2016)

Danke Euch für Eure lieben Grüsse und guten Wünsche. Leider kann ich Euch nicht einzeln antworten. Nehmt dies aber, bitte, so persönlich wie es gemeint ist. (2016)

In dieser festlichen Zeit des Jahres, geht es doch immer wieder um Geburt — sei es die Geburt neuen Lichtes in den dunkelsten Tagen des Winters, sei es die Geburt Jesu zu Weihnachten, sei es die Geburt eines neuen Kalenderjahres, zu dem wir einander hoffnungsfroh Glück wünschen. Geburt gilt überall in der Welt als ein freudiger Anlaß; und sie ist es auch. (2015)

vor einigen Tagen bin ich von einer Studienreise nach Bhutan zurückgekommen, zu der mich mein Freund Vanja großzügig eingeladen hatte. Hier möchte ich Euch kurz über meine Eindrücke berichten. (2015)

Zutiefst dankbar für die vielen Zeichen der Zuneigung, die Ihr mir schickt, bin ich halt doch nicht imstande, einzeln dafür zu danken. Bitte nehmt also diese Zeilen, als ganz persönlichen Gruß an. (2012)

So schön blühen die Pelargonien vor unseren Fenstern im Europakloster Gut Aich, wohin ich mich diesen Sommer wieder auf sechs Wochen zurückziehen durfte. Bevor ich nun wieder zu einer Vortragsreise aufbreche, möchte ich Euch diesen Sommergruß schicken; mit den meisten von Euch kann ich ja nur auf diese Weise in Verbindung bleiben. (2012)

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Nach Weihnachten hab' ich Euch zuletzt geschrieben, und jetzt hat schon die Fastenzeit begonnen. Jedes Jahr fühl' ich mich von neuem überwältigt von dem großen Geschenk, noch einmal diese vierzig Tage mitfeiern zu dürfen. (2012)

heuer war die Weihnachtszeit für mich ganz besonders friedlich und innerlich stärkend. In der alten Heimat (ich durfte das Fest mit lieben benediktinischen Mitbrüdern im Kloster Gut Aich feiern) riefen vertraute Lieder und Volksbräuche fast schon vergessene Kindheitserinnerungen wieder wach. (2011)

Dürfen wir vielleicht hoffen, dass durch die Risse in unserer zerbrechenden Welt uns schon der frische Wind einer unvergleichlich weiteren neuen Welt entgegenweht? (2011)

Was soll ich Euch wünschen in diesen Tagen der guten Wünsche und Gaben? Heuer möchte ich Euch jene Gabe wünschen, die erst Raum schafft für alle anderen Gaben. So wünsche ich Euch also tiefe innere Stille. (2004)

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